Aktuelle Versicherungsnews


Bewegung auf dem Markt für Heilpraktikerversicherungen

Der Markt für Heilpraktikerversicherungen ist momentan in Bewegung. Im Oktober gab es gleich mehrere Änderungen bei der Inter, CSS, Universa und dem Münchener Verein!

Beitragserhöhungen

Schlechte Nachrichten gab es zuerst von der CSS Versicherung. Im Zuge der Umfirmierung in Advigon Versicherung wurde bekannt, dass die Heilpraktikertarife angepasst werden müssen. Die Beiträge für die Tarife Heilpraktiker und Alternativmedizin Spezial werden wohl zum ersten Januar etwas erhöht werden. Wie hoch genau, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Noch schlechtere Nachrichten gab es von der Inter Krankenversicherung. Nicht nur dass die Beiträge für den Tarif AHP erhöht werden müssen - die schlechte Entwicklung der letzten Wochen hat dazu geführt, dass das Tarifwerk AHP komplett geschlossen wurde. In diesem Fall sehe ich schwarz für die Kunden die noch in diesem Tarif sind: Durch die sogenannte Negativselektion wird insbesondere in einem geschlossenen Tarifwerk der Beitrag stetig weiter steigen. Es lohnt sich, über einen Wechsel nachzudenken, wenn man dies aus gesundheitlichen Aspekten bedenkenlos kann.

Neue Tarife

Die Universa und der Münchener Verein sind seit kurzem mit neuen Tarifen auf dem Markt. Beide Tarife sind solide kalkuliert und es wird sich zeigen, wie erfolgreich die Tarife in den nächsten Wochen laufen werden.

  • Der Münchener Verein bietet mit dem Baustein 175 eine Erstattung von 100% bis zu 1.000 € für Naturheilkunde. Die Leistung ist in den ersten Jahren nicht begrenzt und wird ohne Wartezeit gezahlt.
  • Bei der Universa werden Details in den nächsten Tagen folgen...


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Veröffentlicht: 2015-10-11
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Neue Heilpraktikerversicherungen im Vergleich

Heute wurden die Heilpraktiker-Tarife der Universa und der Inter in den Vergleich aufgenommen. Während die Tarife der Universa eher im unteren Mittelfeld platziert sind, sichert sich die Inter die Spitzenpositionen!

"Das neue Konzept der Inter ist genial", sagte ich bereits vor Monaten zu meinen Kollegen. Derzeit gibt es auf dem Markt wenige Gesellschaften, die da mithalten können. Mit einer überdurchschnittlich hohen jährlichen Erstattung, dem Verzicht auf Wartezeiten und einer guten Prämie führt derzeit kein Vergleich von Heilpraktikerversicherungen an der Inter vorbei.

80% Erstattung sind momentan gängig auf dem Markt, d.h. man hat bei jeder Behandlung einen Eigenanteil von 20%. Dieser Eigenanteil ist wichtig, da Tarife ohne Eigenanteil schnell von pfiffigen Kunden ausgenutzt werden. Insgesamt deckelt die Inter die Leistung auf satte 2.500 Euro Erstattung, d.h. man kann Rechnungen bis zu 3.125 pro Kalenderjahr beim Versicherer einreichen - das sollte eigentlich immer ausreichen. Mir wäre kein Fall bekannt, bei dem diese Grenze überschritten worden wäre.

Die Inter erstattet alle Leistungen der Gebührenordnung für Heilpraktiker und dazu noch die meisten Leistungen des Hufelandverzeichnisses. An dieser Stelle das einzige kleine Manko: Die Inter verweigert leider einige wenige Behandlungsmethoden, die sich als nicht erfolgsversprechend herausgestellt haben.

Daneben erstattet die Inter (je nach Kombination) Leistungen für Brillen, Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und vieles mehr. Darauf soll nicht näher eingegangen werden, da uns in erster Linie die hervorragenden Leistungen beim Heilpraktiker interessieren.

Leider kann die Universa da nichtmal ansatzweise mithalten: Zwar sind die Tarife etwas günstiger, aber im Detail zeigt sich das fuchtbare Bedingungswerk der Universa: Begrenzungen auf Mindestsätze, Erstattungen von nur 40% und viele weitere Mankos sorgen dafür, dass diese Heilpraktikerversicherungen nicht sehr empfehlenswert sind.



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Veröffentlicht: 2015-07-07
Veröffentlicht 2015-10-11 bei Saar-Versicherung.de im News-Archiv RSS
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Neuer Vertrieb Clark Germany geht online

Mit clark.de geht ein neuer Vermittler an den Markt, mit dem Ziel bereits bestehende Policen in einem Onlinetool zu bündeln.

Die Clark Germany GmbH tritt auf ihrer Webseite clark.de dabei als Dienstleister auf, der den Kunden auf seiner Startseite verspricht "Alle Versicherungen übersichtlich online" darzustellen und "Mit einem Klick auf den besten Vertrag wechseln" zu können. Diese beiden Thesen sollen hier untersucht werden:

Alle Versicherungen übersichtlich online

Davon ausgehend, dass Clark alle technischen Möglichkeiten hierzu hat, benötigen die Clark Germany GmbH für diese Darstellung der Versicherungen einen Zugriff auf ihre Verträge. Dies geschieht in diesem Fall über einen Maklerauftrag, den man dem Vermittler erteilt. An diesem Punkt sei gesagt, dass die Clark Germany GmbH kein Versicherungsmakler ist! Die Verträge werden von der FL Fin­tech C GmbH in Berlin betreut, die auch im Impressum auftaucht und im Versicherungsvermittlerregister eingetragen ist.

Schaut man dann aber in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der Webseite, taucht allerding der Name FL Fintech C GmbH nicht auf, sondern hier wird wird behauptet, dass die Clark Germany GmbH ein Versicherungsmakler ist - dies stellt sich aber nach kurzer Recherche auf http://www.vermittlerregister.info als falsch heraus, die Clark Germany GmbH besitzt keine eigene Vermittler-Registrierung! Die FL Fintech GmbH und die Clark Germany GmbH sitzen wohl an der gleichen Adresse, allerdings werden aus unbekannten Gründen die Grenzen zwischen beiden Unternehmen verwischt. Ich hoffe einfach mal, dass es sich hierbei um eine Umfirmierung handelt, die lediglich noch nicht im Register eingetragen ist, anderenfalls wäre das extrem dubios.

Zurück zum Maklerauftrag, hier ein Zitat aus den AGBs: "3.8 Wenn wir Ihre Verträge verwalten oder Sie beraten sollen, müssen Sie uns eine Vollmacht erteilen." Dies geht entweder digital oder per Unterschrift und ist bei Versicherungsmaklern üblich. Man sollte allerdings beachten, dass eine Maklervollmacht sehr umfangreich ist, die Mitarbeiter von Clark "vertreten unsere Kunden aktiv und passiv gegenüber den Versicherern, geben alle notwendigen Willenserklärungen ab und nehmen diese auch entgegen, schließen neue Verträge ab, ändern bestehende Verträge und kündigen bestehende Verträge." Auch dieser Tatsache muss man sich bewusst sein.

Für Clark ist das ein gutes Geschäft: Sie müssen quasi nichts tun und erhalten ab sofort die Betreuung aller Verträge ihrer Kunden. Davon ausgehend, dass es sich hierbei um einen normal gemischen Vertragsbestand (Renten-, Kranken- und Sachversicherungen) handelt, kann man davon ausgehen, dass im Durchschnitt 10% der Beiträge zukünftig an Clark gehen. Der Vermittler der die ursprüngliche Beratung und Vermittlung getätigt hat geht ab diesem Zeitpunkt leer aus.

Werbung: Wir spenden 50% der Provision

Clark wirbt damit, 50% der Provision zu spenden - das könnte durchaus legitim sein, da sie ja für diese Provision nichts tun mussten. Es wäre natürlich schön, wenn dieses Versprechen sich auch in den AGBs wiederfinden würde - dort sucht man es allerdings vergeblich! Auch eine Nennung der Spendenempfänger wäre vertrauensbildend, getreu dem Motto "tue Gutes und sprich darüber".

Mit einem Klick auf den besten Vertrag wechseln

Schön wäre es! Natürlich gibt es manchen überteuerten Tarif auf dem Markt, allerdings gelten natürlich auch für Versicherungsverträge die gleichen Regeln wie in allen anderen Branchen auch: Günstige Prämien gehen immer einher mit geringeren Leistungen. Diese Leistungsunterschiede sind oftmals nicht auf den ersten Blick zu sehen und stellen für einen normalen Berater immer einen Beratungsbedarf dar: Er muss dem Kunden die (insbesondere negativen) Leistungsunterschiede nennen und überprüfen, ob für diese Leistungen ein Bedarf besteht. Wenn kein Bedarf besteht, kann man diese Leistungen getrost auch weg lassen. Der Irrglaube, dass ein Wechsel "Mit einem Klick" erfolgen kann, ist höchst riskant - allerdings eher für Clark! Wechselt man zu einem günstigeren Anbieter und gewisse Leistungen sind nicht mehr mitversichert, könnte später im Leistungsfall ein Beratungsfehler vorliegen. Man erhält also evtl. als Kunde einen günstigeren Tarif und kann die geringeren Leistungen später bei Clark einklagen. Dies wird Clark wissen und bei einem Vertragswechsel dem Kunden einen Beratungsverzicht aufzwingen! Dies sollte man auf keinen Fall akzeptieren und stets auf eine ordnungsgemäß dokumentierte Beratung bestehen.

Nicht genannt wird allerdings die Tatsache, dass dies für Clark eher weniger lukrativ ist. Man muss abwarten, ob nicht eher der Vertrieb von neuen - provisionsstarken - Produkten aus dem Investmentbereich forciert wird.

Fazit

Grundsätzlich tut Clark nichts verwerfliches, sondern sie heizen den Konkurrenzkampf um Kunden weiter an. Makler, die sich nicht um ihre Kunden kümmern, könnten in Zukunft ihre Verträge an Makler wie Clark verlieren. Clark selbst ist dabei eher darauf ausgelegt, andere Makler zu schaden und Verträge ohne viel Aufwand abzuwerben. Ob sich dieses System durchsetzen kann, wird sich zeigen.



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Veröffentlicht: 2015-06-22
Veröffentlicht 2015-07-07 bei Saar-Versicherung.de im News-Archiv RSS
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