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Abschaffung der 3-Jahres-Wechselfrist in der PKV

Arbeitnehmer, deren Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, müssen seit der Gesundheitsreform im Jahr 2007 eine Drei-Jahres-Wechselfrist beachten.

Demnach muss ihr Einkommen in mindestens drei aufeinander folgenden Jahren die von der Regierung festgelegte Versicherungspflichtgrenze überschreiten. Auch Berufsanfänger mit hohen Einkommen können aktuell nur dann wechseln, wenn die Drei-Jahres-Frist beachtet wird. Die Höhe der Versicherungspflichtgrenze wird jährlich vom Gesetzgeber neu festgelegt und orientiert sich maßgeblich an der Entwicklung der Löhne in Deutschland. Für das Jahr 2010 wurde die Versicherungspflichtgrenze auf ein Einkommen von 49.950 Euro festgelegt.

Nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch die privaten Krankenversicherungen können jetzt jedoch aufatmen, denn die Regierung plant die Abschaffung dieser Drei-Jahres-Wechselfrist. Diese Vereinbarung wurde bereits im Koalitionsvertrag der neuen Schwarz-Gelben Bundesregierung festgeschrieben, um die privaten Krankenkassen zu stärken. Nach den Plänen des Gesetzgebers soll der Wechsel von Angestellten nach Umsetzung der Rechtssprechung bereits wieder mit dem einmaligen Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze möglich sein. Viele Arbeitnehmer können damit deutlich schneller in die private Krankenversicherung wechseln. Wann die Abschaffung der Drei-Jahres-Wechselfrist jedoch umgesetzt wird, ist aktuell noch offen.

Von diesen gesetzlichen Plänen wird natürlich vor allem der Sektor der privaten Krankenkassen profitieren, denn nun haben wieder deutlich mehr Menschen die Möglichkeit, die Vorteile der privaten Versicherung zu nutzen und eine entsprechende Versicherung abzuschließen. Doch nicht nur die Krankenkassen selbst, auch die Versicherten können verschiedene Vorteile erzielen. Vor allem junge, gesunde Arbeitnehmer erhalten bei den privaten Versicherungen nicht mehr nur die medizinische Grundversorgung, sondern je nach Wunsch auch deutlich höhere Leistungen. Die einzelnen Leistungen können dabei vom Versicherten selbst festgelegt werden, so dass jeder individuell nach seinen Vorstellungen vorsorgen kann. Und da die Versicherungen ihre Prämien nach dem Alter und dem Geschlecht sowie eventuellen Vorerkrankungen berechnen, können junge Versicherte zudem von meist günstigeren Beiträgen für ihre private Krankenversicherung profitieren.

Den Vorteilen der privaten Krankenversicherungen und der Privatversicherten stehen hingegen die Nachteile für die gesetzlichen Krankenversicherungen gegenüber. Sie werden nun vermehrt junge, gesunde Menschen an die privaten Krankenversicherungen verlieren und so Beiträge und Einkünfte verlieren. Gleichzeitig steigt die Anzahl älterer und kranker Versicherter, für die ein Wechsel in die private Versicherung nicht möglich ist. Somit bleiben die Ausgaben weitgehend gleich, obwohl sich die Einkünfte reduzieren. Da die gesetzlichen Krankenkassen bereits heute unter Finanzierungsnöten leiden, kann dies unter Umständen zu einer weiteren Erhöhung der Krankenkassenbeiträge führen.

Gastbeitrag von Sandra Elsbach (Channel Plus Ltd)

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