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Neuer Rechnungszins

Ende des Jahres sinkt der garantierte Rechnungszins in der Lebensversicherung von 2,25 % auf 1,75 %, dadurch erhalten Kunden also weniger Garantien. Hierzu ein paar Hintergründe.

In der derzeitigen schwierigen Marktsituation haben einige Versicherer Probleme, ihre Versicherungsversprechen zu halten. Vor einigen Jahren garantierten sie 4% Zinsen auf das Guthaben der Versicherten, denn es war ein Leichtes, 7-8% sicher zu erwirtschaften. Nach dem Zusammenbruch der Kapitalmärkte sieht die Welt nun anders aus, sichere Anlagen werden immer seltener, die Versicherer kriegen Probleme.

Deshalb hatte der Gesetzgeber bereits mehrfach den Garantiezins gesenkt, um den Versicherern mehr Spielraum zu geben. Denn: Garantien sind teuer, sie verhindern, dass der Versicherer in Anleihen investieren kann, die tendenziell höhere Erträge erwirtschaften, aber riskanter sind. Mit der neuen Regelung und dem Garantiezins von 1,75% bewegen wir uns nun auf Niveau eines guten Sparbuchs: Das sollte für alle Versicherer problemlos zu schaffen sein.

Man darf ja nicht vergessen, dass zu dem Garantiezins noch die sogenannte Überschussbeteiligung hinzukommt, so dass nicht nur 2,25% derzeit ausgeschüttet werden, sondern etwa 4,5 bis 5,5%. Damit ist die Lebensversicherung immer noch eine sehr lukrative Anlageform - und dank des Garantiezinses auch sehr sicher.

PS: Viele Kunden haben noch alte Verträge mit einem Garantiezins von 4% - In diesen Verträgen zahlen die Versicherer fast gar keine Überschüsse aus, da sie keinen Spielraum für Spekulationen haben. Sämtliches Kapital wird hier sicher angelegt. Ich kann nur allen Kunden, die einen solchen Vertrag haben raten, über ihren Vertrag nachzudenken: Sie werden wohl nie mehr als die vereinbarten 4% Zinsen erhalten, während sie in anderen Anlageformen größere Chancen auf höhere Verzinsung erhalten.

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Kommentare zum Thema

1. Nachdenker
Besonders mit dem letzten Absatz, den Sie mit "PS:" kennzeichnen, zeigen Sie, dass Sie die Materie nicht wirklich verstanden haben. Ich habe über den Rechnungszins schon einiges gelesen-sinnvolles und unsinniges. Der Rat jedoch, über das Beibehalten gerade solcher Verträge mit 4% Rechnungszins nachzudenken, ist die Spitze des Unsinnigen.
(Geschrieben: 2012-02-28 14:55:05)
2. Patrick
Lieber Nachdenker, ich denke, dass ich mit meinem Versicherungsmathematik-Studium schon einiges über die Natur von Zinsen gelernt habe - insofern denke ich, dass meine Meinung nicht ganz unbegründet ist. Es ist hier wie mit dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach. Eine sichere Kapitalanlage (z.B. Staatsanleihen) bringt heute keinen Zinsen mehr (Deutsche Staatsanleihen liegen bei unter 2%), da wird es für die Gesellschaften schon schwer, die 4% zu garantieren. Was tun die Versicherer in diesem Fall? Sie mischen ihr Anlagekapital so, dass sie die 4% Verzinsung (die sie notfalls mit ihrem Eigenkapital garantieren müssen und das ist bei den Versicherern in der Regel recht gering) mit möglichst niedrigem Risiko erreichen - es besteht also aufgrund der risikoarmen und meist langfristigen Anlagen keine Chance, einen höheren Zins als 4% zu erreichen. Wer heute eine neue klassische Rentenversicherung mit einem Garantiezins von 1,75% abschließt, bringt den Versicherer nicht in die oben beschriebene Handlungsnot. Die Versicherer können für solche Verträge ein gewisses Risiko eingehen - und der Lohn für Risiko nennt sich Zins. In diesem Fall ist dies die Überschussbeteiligung, d.h. zu den 1,75% schütten die meisten Versicherer derzeit 3-4% Überschussbeteiligung aus, so dass man bei ca. 4,5 bis 5,5% Verzinsung liegt. Das ist mehr als die sicheren 4%, aber wie bereits beschrieben fehlt es in diesem Fall an der Sicherheit - Zins und Risiko sind nunmal umgekehrt proportional. Dieses Risiko ist dennoch meiner Meinung nach eine Überlegung wert. Meine eigene Altersvorsorge habe ich letztes Jahr sogar ganz bewusst fondsgebunden abgeschlossen, um die Chance auf eine gute Verzinsung zu erhalten. Dafür bin ich gerne bereit, ein Risiko einzugehen.
(Geschrieben: 2012-02-28 18:45:29)
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