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Ökotest testet Altersvorsorge

Die Zeitschrift Ökotest hat Altersvorsorgeprodukte getestet und sich dabei nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das Ergebnis ist eigentlich nur als Unsinnig zu bezeichnen.

"Prüfen Sie zunächst, welche Leistungen Ihnen wichtig sind, und wählen Sie anschließend das passende Produkt." schreibt Ökotest - eine Aussage eines Erstklässlers. Wer ein Altersvorsorgeprodukt möchte, möchte natürlich fürs Alter vorsorgen, möchte also im Alter in der Regel eine lebenslange Rentenzahlung haben, die möglichst hoch sein soll. Gehen wir mit der gleichen Aussage zum Autokauf: Ich möchte ein Auto, das mich möglichst zuverlässig ans Ziel bringt und dabei möglichst wenig kostet - diese Aussage bringt mich aber nicht ans Ziel.

Andere Zeitschriften machen in diesem Fall sinnvollere Vorgaben: Sinnvoll wäre es gewesen, eine lebenslange Rentenzahlung zu erwarten, einen Vertrag mit garantierte Mindestrente zu verlangen und vorzugeben, dass man keine Hinterbliebenenabsicherung möchte - dazu war Ökotest aber nicht in der Lage.

"Lebensversicherungen sind ungeeignet zur Altersvorsorge" lautet eine der zentralen Aussagen des Magazins, das scheinbar immer noch der Meinung ist, dass die sinnvollste Kapitalanlage Bargeld im Kopfkissen ist. Statt zu einem Versicherungsprodukt (mit garantierter lebenslanger Rente) rät das Magazin zu einem Bankguthaben mit Auszahlungsplan - das kann fatal werden. Denn: Ein Bankguthaben kann irgendwann aufgebraucht sein, während eine Versicherungszusage lebenslang gilt, hierzu ein Beispiel mit 60.000 EUR Kapital, Rentenbeginn mit 65 und einer monatlichen Entnahme/Rentenzahlung von 500 EUR (ohne Berücksichtigung von Zinsen/Überschüssen)
  1. Tod direkt nach Beginn: Entnahmen vom Bankkonto: 0 EUR, Restguthaben 60.000 EUR, Versicherungsleistung: 0 EUR
  2. Tod mit 70 Jahren: Entnahmen vom Bankkonto: 30.000 EUR, Restguthaben 30.000 EUR, Versicherungsleistung: 30.000 EUR
  3. Tod mit 75 Jahren: Entnahmen vom Bankkonto: 60.000 EUR, Restguthaben 0 EUR, Versicherungsleistung: 60.000 EUR
  4. Tod mit 80 Jahren: Kein Restguthaben, seit 5 Jahren keine Entnahmen mehr möglich, Versicherungsleistung: 90.000 EUR
  5. Tod mit 90 Jahren: Kein Restguthaben, seit 15 Jahren keine Entnahmen mehr möglich, Versicherungsleistung: 150.000 EUR
  6. Tod mit 100 Jahren: Kein Restguthaben, seit 25 Jahren keine Entnahmen mehr möglich, Versicherungsleistung: 210.000 EUR
In den ersten 10 Jahren profitiert der Bankkunde mit seinem Auszahlungsplan, da er das Restguthaben vererben kann. Allerdings ist ein möglichst hohes Erbe gar nicht der Sinn eines Altersvorsorgeproduktes, oder? Sinn der Altersvorsorge ist eine möglichst lange und möglichst hohe Rentenzahlung - und dies ist mit einem Auszahlungsplan nicht machbar.

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