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Rentenalter soll gesteigert werden

Nach einem Bericht der OECD sollte das Rentenalter in Europa weiter angehoben werden. Hierzu ein paar Gedanken.

Im Jahr 1960 lag die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland bei 70 Jahren, bei einem Renteneintritt von 60, spätestens aber mit 65 Jahren mussten die Rentenkassen nur für 5 Jahre (oder 7% des Lebensalters) zahlen.

Mittlerweile hat sich durch medizinischen Fortschritt die Lebenserwartung in Deutschland innerhalb von nur 50 Jahren um 10 Jahre erhöht und liegt heute bei etwa 80 Jahren. Wäre das alte System geblieben (Rente mit 65), wären die Rentenkassen mit 3mal so hohen Zahlungen belastet worden - statt für durchschnittlich 5 Jahre hätte die Rentenversicherung für durchschnittlich 15 Jahre zahlen müssen. Deshalb wurde das Renteneintrittsalter bereits auf 67 hochgesetzt.

Meiner Meinung nach ist diese Vorgehensweise nicht zielführend. Das Renteneintrittsalter sollte nicht willkürlich festgelegt werden, sondern anhand von dynamischen Variablen errechnet werden.

Der einfachste Vorschlag wäre hierbei, den sogenannten "Lebensabend" in Prozent der durchschnittlichen Lebenserwartung auszudrücken, z.B. bei mindestens 15 Prozent, maximal 20 Prozent. Dann wäre bei einer erwarteten Lebensdauer von 70 Jahren der Renteneintritt zwischen 56 und 60 tragbar, bei einer Lebensdauer von durchschnittlich 80 Jahren müsste der Renteneintritt allerdings zwischen 64 und 68 liegen.

Diese prozentuale Berechnung hätte den Vorteil, dass sie nachvollziehbar wäre und dass sich die Rentenhöhe nachvollziehbar anpasst. In Frührente - die sogenannte Altersrente für besonders langjährig Versicherte - könnte dann beispielsweise gehen, wer mindestens 60 Prozent seiner erwarteten Lebensdauer gearbeitet hat - in diesem Fall wären das 48 Jahre (derzeit: 45 Jahre).

Mein Vorschlag also:
  • Regelaltersrente: Nach 85% der durchschnittlichen Lebenserwartung (Stand 2012: mit 68 Jahren)
  • Frührente ohne Abzüge: Nach 80% der durchschnittlichen Lebenserwartung, wenn mindestens 60% Beiträge gezahlt wurden (Stand 2012: Mit 64 Jahren, wenn mindestens 48 Jahre Beiträge gezahlt wurden)
Übrigens, kleine Geschichtskunde: Die Regelaltersrente lag bei ihrer Einführung bereits bei 70 Jahren und wurde später auf 65 reduziert.

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