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Gedanken zum Mindestlohn

Lange habe ich nichts mehr zur aktuellen Lage geschrieben - gestern wurde der Mindestlohn beschlossen, ein Thema dem ich mich auch mal widmen muss.

Lange habe ich nichts mehr zur aktuellen Lage geschrieben - gestern wurde der Mindestlohn beschlossen, ein Thema dem ich mich auch mal widmen muss. Vorweg: Ich habe grundsätzlich nichts gegen einen Mindestlohn, wenn man sich der Folgen bewusst ist und diese auch akzeptiert. Die Leidtragenden könnten nämlich genau die sein, die man mit dem Mindestlohn zu schützen versucht.

Wissenschaftlich an die Sache mit den 8,50 Euro heranzugehen ist schwierig, da diese Lohnuntergrenze nicht allzu hoch ist. Deshalb versuche ich es mal mit dem stilistischen Mittel der Übertreibung: Was wäre, wenn der Mindestlohn z.B. 20 Euro betragen würde? Wie würde sich diese Lohnuntergrenze auf ausgesuchte Beispiel-Berufe auswirken:

Bleiben wir beim Standard-Beispiel, das im Laufe der politischen Diskussion regelmäßig herangezogen wurde: Der Frisör. Derzeit kalkuliert ein Frisörmeister in etwa folgenden Preis für einen Herrenschnitt, den sein angestellter Frisör ausführt:
  • 8 Euro Stundenlohn, zzgl. Nebenkosten = ca. 10 Euro Lohnkosten
  • Nebenkosten (Strom, Miete...) = 10 Euro
  • Unternehmerlohn = 5 Euro
  • Sonstige Kosten (Werbung, Steuerberater ...) = 5 Euro
  • Anzahl der Kunden, die man pro Stunde schafft: 4
  • Tatsächliche Arbeitszeit (Urlaub, Krankheit, Pausen...): 50%
Die Rechnung lautet also: 30 Euro Kosten / 4 / 50% = 15 Euro - ein halbwegs realistischer Preis.

Da der Unterschied bei einer Steigerung von 8 Euro auf 8,50 minimal wäre, untersuche ich die Auswirkungen: Was passiert nun bei einer Steigerung von 8 Euro auf 20 Euro?
  • 20 Euro Stundenlohn, zzgl. Nebenkosten = 25 Euro Lohnkosten
  • Nebenkosten (Strom, Miete...) = 10 Euro
  • Unternehmerlohn = 5 Euro
  • Sonstige Kosten (Werbung, Steuerberater ...) = 6 Euro (+10% wegen Mindestlohn)
  • Anzahl der Kunden, die man pro Stunde schafft: 4
  • Tatsächliche Arbeitszeit (Urlaub, Krankheit, Pausen...): 50%
  • Kundenverlust wegen höherer Preise: 10%
Die neue Rechnung lautet: 46 Euro Kosten / 4 / 50% / 90% = 25 Euro (+66%)

Eine Preissteigerung von +66% - für viele nur schwer greifbar, aber plastisch wird es, wenn man die gleiche Steigerung beim Benzin hätte: Statt 1,50 pro Liter Diesel nun 2,50 pro Liter - da wäre der Aufschrei riesig, oder?

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