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Neuer Vertrieb Clark Germany geht online

Mit clark.de geht ein neuer Vermittler an den Markt, mit dem Ziel bereits bestehende Policen in einem Onlinetool zu bündeln.

Die Clark Germany GmbH tritt auf ihrer Webseite clark.de dabei als Dienstleister auf, der den Kunden auf seiner Startseite verspricht "Alle Versicherungen übersichtlich online" darzustellen und "Mit einem Klick auf den besten Vertrag wechseln" zu können. Diese beiden Thesen sollen hier untersucht werden:

Alle Versicherungen übersichtlich online

Davon ausgehend, dass Clark alle technischen Möglichkeiten hierzu hat, benötigen die Clark Germany GmbH für diese Darstellung der Versicherungen einen Zugriff auf ihre Verträge. Dies geschieht in diesem Fall über einen Maklerauftrag, den man dem Vermittler erteilt. An diesem Punkt sei gesagt, dass die Clark Germany GmbH kein Versicherungsmakler ist! Die Verträge werden von der FL Fin­tech C GmbH in Berlin betreut, die auch im Impressum auftaucht und im Versicherungsvermittlerregister eingetragen ist.

Schaut man dann aber in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der Webseite, taucht allerding der Name FL Fintech C GmbH nicht auf, sondern hier wird wird behauptet, dass die Clark Germany GmbH ein Versicherungsmakler ist - dies stellt sich aber nach kurzer Recherche auf http://www.vermittlerregister.info als falsch heraus, die Clark Germany GmbH besitzt keine eigene Vermittler-Registrierung! Die FL Fintech GmbH und die Clark Germany GmbH sitzen wohl an der gleichen Adresse, allerdings werden aus unbekannten Gründen die Grenzen zwischen beiden Unternehmen verwischt. Ich hoffe einfach mal, dass es sich hierbei um eine Umfirmierung handelt, die lediglich noch nicht im Register eingetragen ist, anderenfalls wäre das extrem dubios.

Zurück zum Maklerauftrag, hier ein Zitat aus den AGBs: "3.8 Wenn wir Ihre Verträge verwalten oder Sie beraten sollen, müssen Sie uns eine Vollmacht erteilen." Dies geht entweder digital oder per Unterschrift und ist bei Versicherungsmaklern üblich. Man sollte allerdings beachten, dass eine Maklervollmacht sehr umfangreich ist, die Mitarbeiter von Clark "vertreten unsere Kunden aktiv und passiv gegenüber den Versicherern, geben alle notwendigen Willenserklärungen ab und nehmen diese auch entgegen, schließen neue Verträge ab, ändern bestehende Verträge und kündigen bestehende Verträge." Auch dieser Tatsache muss man sich bewusst sein.

Für Clark ist das ein gutes Geschäft: Sie müssen quasi nichts tun und erhalten ab sofort die Betreuung aller Verträge ihrer Kunden. Davon ausgehend, dass es sich hierbei um einen normal gemischen Vertragsbestand (Renten-, Kranken- und Sachversicherungen) handelt, kann man davon ausgehen, dass im Durchschnitt 10% der Beiträge zukünftig an Clark gehen. Der Vermittler der die ursprüngliche Beratung und Vermittlung getätigt hat geht ab diesem Zeitpunkt leer aus.

Werbung: Wir spenden 50% der Provision

Clark wirbt damit, 50% der Provision zu spenden - das könnte durchaus legitim sein, da sie ja für diese Provision nichts tun mussten. Es wäre natürlich schön, wenn dieses Versprechen sich auch in den AGBs wiederfinden würde - dort sucht man es allerdings vergeblich! Auch eine Nennung der Spendenempfänger wäre vertrauensbildend, getreu dem Motto "tue Gutes und sprich darüber".

Mit einem Klick auf den besten Vertrag wechseln

Schön wäre es! Natürlich gibt es manchen überteuerten Tarif auf dem Markt, allerdings gelten natürlich auch für Versicherungsverträge die gleichen Regeln wie in allen anderen Branchen auch: Günstige Prämien gehen immer einher mit geringeren Leistungen. Diese Leistungsunterschiede sind oftmals nicht auf den ersten Blick zu sehen und stellen für einen normalen Berater immer einen Beratungsbedarf dar: Er muss dem Kunden die (insbesondere negativen) Leistungsunterschiede nennen und überprüfen, ob für diese Leistungen ein Bedarf besteht. Wenn kein Bedarf besteht, kann man diese Leistungen getrost auch weg lassen. Der Irrglaube, dass ein Wechsel "Mit einem Klick" erfolgen kann, ist höchst riskant - allerdings eher für Clark! Wechselt man zu einem günstigeren Anbieter und gewisse Leistungen sind nicht mehr mitversichert, könnte später im Leistungsfall ein Beratungsfehler vorliegen. Man erhält also evtl. als Kunde einen günstigeren Tarif und kann die geringeren Leistungen später bei Clark einklagen. Dies wird Clark wissen und bei einem Vertragswechsel dem Kunden einen Beratungsverzicht aufzwingen! Dies sollte man auf keinen Fall akzeptieren und stets auf eine ordnungsgemäß dokumentierte Beratung bestehen.

Nicht genannt wird allerdings die Tatsache, dass dies für Clark eher weniger lukrativ ist. Man muss abwarten, ob nicht eher der Vertrieb von neuen - provisionsstarken - Produkten aus dem Investmentbereich forciert wird.

Fazit

Grundsätzlich tut Clark nichts verwerfliches, sondern sie heizen den Konkurrenzkampf um Kunden weiter an. Makler, die sich nicht um ihre Kunden kümmern, könnten in Zukunft ihre Verträge an Makler wie Clark verlieren. Clark selbst ist dabei eher darauf ausgelegt, andere Makler zu schaden und Verträge ohne viel Aufwand abzuwerben. Ob sich dieses System durchsetzen kann, wird sich zeigen.

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