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Aktuelles zur KFZ-Versicherung

Die Preise sinken weiter und die Versicherer nehmen weiter große Verluste in Kauf. Aber lohnt sich das für einen Versicherer noch?

KFZ-Versicherungen sind seit einigen Jahren eines der Problemkinder der Branche. Grund ist der steigende Wettbewerb und der dadurch entbrannte Preiskampf. Die Marktführer Allianz und HUK unterbieten sich regelmäßig mit niedrigeren Prämien, in jüngster Zeit durch sogenannte Basistarife, in denen nur das nötigste abgesichert ist und man sich im Schadensfall in eine vorgeschriebene Werkstatt begeben muss.

Auch die Direktversicherer sind unter Druck, steigende Vertriebskosten machen die Autoversicherung zu einem unlukrativen Geschäft. Laut einer Untersuchung der Sparkasse erhält ein Versicherungsvermittler pro KFZ-Versicherung etwa 32 EUR, während die Werbekosten eines Direktversicherers bei 40 EUR liegen.

Das große Umdenken wird wohl nicht mehr einsetzen. Der Preiskampf wird weiter gehen und es wird eine Marktbereinigung geben. Manche Versicherer machen bis zu 40% Verlust durch das KFZ-Geschäft, eine Quote die sich langfristig nicht halten lässt. Der Deutsche Ring hat mittlerweile seit einigen Jahren den Vertrieb von KFZ-Versicherungen eingestellt und an die Basler weitergegeben. Durch den Zusammenschluss einiger Versicherer sind noch weitere Spieler vom Markt gegangen. Dieser Trend wird sich fortsetzen, bis sich die KFZ-Versicherungsbranche gesund geschrumpft hat.

Bis dahin werden die Autobesitzer von weiter sinkenden Prämien profitieren und ein Vergleich wird sich jedes Jahr lohnen.

Mein Vorschlag zur Rettung der KFZ-Versicherung: Eine Treue-Rabatt! Zusätzlich zum Schadensfreiheitsrabatt sollte ein Treuerabatt eingeführt werden, der nicht zu knapp bemessen ist. Dadurch sollen Autobesitzer langfristig an ein Unternehmen gebunden werden. Wenn nach einem Jahr Versicherungsdauer der Beitrag zusätzlich um 10% gesenkt wird, im zweiten Jahr um weitere 5% und danach jedes Jahr wieder um 2%, bis zu einem Maximum von 25%, führt das zu einer Bindung an das Unternehmen. Denn man verliert ja seinen Treuebonus, wenn man wechselt. Dieser Treuebonus kann um einige interessante Aspekte erweitert werden, z.B. 5% Extra-Bonus für ein zweites Fahrzeug oder 5% Extra-Bonus, wenn man einen neuen Kunden wirbt. Der Treue-Bonus kann die weichen Tarif-Faktoren sogar teilweise ersetzen oder erweitern. Ein Beispiel: Man hat 20.000 km Fahrleistung versichert. Hat man nun einen Treuebonus von 20%, darf man kostenlos 20% mehr Kilometer zurücklegen, also insgesamt 24.000 km.

Versicherungsmathematisch wäre solch ein Bonus ein Multiplikator, der den Versicherer nicht allzu teuer kommt. Bei 2.000 EUR Jahresgrundprämie, 20% Treueprämie und 40% Schadensfreiheitsrabatt erhält der Versicherer statt 800 EUR nur 640 EUR, was effektiv 160 EUR weniger Einnahmen bedeutet, die aber auf jeden Fall sinnvoll investiert sind, denn der Kunde bindet sich langfristig an das Unternehmen, was im Endeffekt günstiger sein könnte, als jedes Jahr viel Energie und Geld in die Neukundenwerbung zu stecken.

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